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DVGW-Forschungsberichte - Gas
Forschungsbericht G 201824 ‑ Teilprojekt 3.0
Forschungsbericht G 201824 Teilprojekt 3.4
Im Rahmen dieser Studie G 201711 wurde das Potential und die Realisierbarkeit der SNG‑Produktion aus ligninhaltiger Biomasse sowie die Kopplung mit Power‑to‑Gas‑Verfahren untersucht und bewertet. Die unterschiedlichen biogenen Reststoffe aus den Bereichen Industrie, Gewerbe, Kommune sowie aus der Land‑ und Forstwirtschaft wurden identifiziert, quantifiziert und mittels GIS‑Datenbank ortsaufgelöst dargestellt. Ligninhaltige Reststoffe ergänzen das Potential aus fermentativ umgewandelter Biomasse, welches bereits intensiv in vorangegangenen Studien untersucht worden ist. Es wurde dabei zwischen theoretischen, technischen und nachhaltig/wirtschaftlichen Potentialen unterschieden. Die jeweiligen Methangaserträge der verschiedenen Biomassen wurden mit Hilfe einer Referenzanlage berechnet, welche durch eine typische Prozesskette mit einem heizwertbezogenen Wirkungsgrad von 61,2 % abgebildet wurde.Auf dieser Basis wurde ein nachhaltiges und wirtschaftliches SNG‑Gesamtpotential von 9,7 Mrd. m?/a ermittelt, was etwa 10 % der aktuellen Erdgasnachfrage (2016) in Deutschland entspricht. Das größte Potential liegt mit einem Anteil von 81 % im Bereich der Land‑ und Forstwirtschaft. Dabei weisen insbesondere die Regionen Harz, Sauerland und Schwarzwald besonders hohe Potentiale auf, wohingegen die Nordseeküste und das Alpenvorland mit weniger Wald‑ und Holzwirtschaft geringere aufweisen. In Kombination mit der Nutzung von Bio‑methan über die fermentative Route (ca. 10 Mrd. m?/a) ergibt sich ein wirtschaftliches und nachhaltiges Gesamtpotenzial von 20 Mrd. m?/a, welches aus heimischen Quellen erzeugt werden könnte. Dies entspricht in etwa 20 % des aktuellen Erdgasbedarfs Deutschlands. Zukünftig könnte der Bedarf bei entsprechender Reduktion der Nachfrage allein durch SNG aus Biomassevergasung vollständig gedeckt werden.