Forschungsbericht W 202302 03/2026
262,15 €
DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. - Technisch-wissenschaftlicher Verein -
Josef-Wirmer-Straße 1–3
53123 Bonn
Sicherheitshinweis entsprechend Art. 9 Abs. 7 S. 2 der GPSR entbehrlich
Inhalte DVGW-Forschungsbericht W 202302
DVGW-Forschungsbericht W 202302 befasst sich mit dem Forschungsprojekt „haDes“, in dem verschiedene chromatographische Methoden (IC-, LC- und GC-HRMS) kombiniert, um das Vorkommen halogenierter Desinfektionsnebenprodukte (DNPs) in der deutschen Trinkwasserversorgung zu untersucht wurden. Dafür wurden Rohwasser (RW)- und Trinkwasser (TW)-Proben aus zehn Wasserwerken analysiert. Zusätzlich wurden Laborversuche mit definierter Chlordosierung durchgeführt, um das Bildungspotenzial halogenierter DNPs zu bewerten.
Zur Erfassung eines breiten Spektrums an Analyten kamen Target-Analytik, ein Suspected-Target-Screening auf Basis verschiedener DNP-Gruppen sowie ein ergänzendes Non-Target-Screening (NTS) zum Einsatz. Die toxikologische Bewertung er-folgte mittels wirkungsbezogener Analytik (WBA) mit Schwerpunkt auf Genotoxizität, sowohl an Einzelsubstanzen als auch an Realproben. In den gechlorten RW- und TW-Proben wurden vereinzelt verschiedene Halogenphenole, Halogenhydroxybenzoesäuren, Halogensalicylsäuren, Halogenhydroxybenzaldehyde, Mutagen X sowie Halogenacetone, Halogenacetonitrile und Halogennitromethane als DNPs nachgewiesen. Die erfassten Positivbefunde Konzentrationen lagen überwiegend nahe der jeweils möglichen Bestimmungsgrenzen und deutlich un-ter 1 μg/L.
Der seit 12.01.2026 geltende Grenzwert für die Summe der fünf Halogenessigsäuren (HAA5, 60 μg/L) wurde in allen Proben eingehalten. Die höchste Konzentration lag bei 14 μg/L im RW und bei 4,8 μg/L im TW (jeweils bei maximaler Chlordosis). Des Weiteren wurden fünf zusätzliche anionische DNPs (Monoiodessigsäure, Bromchloressigsäure, Dichlormethansulfonsäure (DCMSA), Trichlormethansulfonsäure, Dibrommethansulfonsäure (DBMSA)) untersucht. Auch unter Einbezug dieser Substanzen blieb der HAA5-Grenzwert sicher unterschritten. Bromat wurde nicht über dem Grenzwert von 10 μg/L nachgewiesen, bromierte DNPs jedoch häufiger in gechlortem TW nachgewiesen als in gechlortem RW.
Es konnten keine genotoxischen Effekte in Realproben nachgewiesen werden. Aufgrund von Nachweisgrenzen im unteren μg/L-Bereich kann Genotoxizität jedoch nicht endgültig ausgeschlossen werden. Mutagen X wurde in zwei maximal gechlorten RWs (mit max. 1,6 μg/L) detektiert, aber in keinem der gechlorten Trinkwasser.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Material und Methoden
- 3 Ergebnisse und Diskussion
- 4 Schlussfolgerungen und Ausblick
- 5 Literaturverzeichnis
- 6 Abkürzungsverzeichnis
- 7 Abbildungsverzeichnis
- 8 Tabellenverzeichnis
- Anhang
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